"Die Freiheit, nicht nur zu reagieren, sondern wirklich zu antworten, erfordert eine Atempause."

Jon Kabat-Zinn

Was genau ist eigentlich Achtsamkeit?

Sicher haben Sie eine Idee, was Sie mit Achtsamkeit verbinden. Vielleicht fallen Ihnen Begriffe wie aufmerksam, einfühlsam, behutsam oder auch vorsichtiger ein. Im Rahmen des MBSR Kurses trainieren wir mit Achtsamkeit unsere Fähigkeit, Inne zu halten bevor wir reagieren und uns aufmerksamer auf unsere gegenwärtige Erfahrung einzulassen. So lernen wir, stressverstärkendes Verhalten, das z.B. durch emotionales Überreagieren gefördert wird, zu vermeiden und uns gleichzeitig unserer stressverstärkenden Gedanken und Impulse klarer bewusst zu sein. 

Warum muss man Achtsamkeit lernen?

Normalerweise haben wir für unterschiedliche Alltagssituationen eingeschliffene Reaktionen parat. Viele Dinge tun wir nach einem bestimmten sich wiederholenden Muster. Diese Verhaltensgewohnheiten können uns das Leben sehr erleichtern. So müssen wir nicht jeden Morgen neu darüber nachdenken, wie wir aus dem Bett aufstehen oder unsere Zähne putzen. Haben wir jedoch destruktive Gewohnheiten entwickelt, können sie uns das Leben umgekehrt auch erheblich erschweren. Denken wir zum Beispiel jeden Morgen nach dem Aufwachen als erstes darüber nach, wie stressig der neue Tag sein wird, ist unser Blutdruck möglicherweise schon im roten Bereich, bevor wir uns überhaupt bewegt haben.

Gute wie schlechte Gewohnheiten sind nichts anderes als automatische Handlungsroutinen. Sie werden als Reiz-Reaktionsschema im Gehirn gespeichert. Spezifische Situationen lösen spezifisches Verhalten oder Empfinden aus. Diese Gewohnheiten entwickeln sich meist sehr früh im Leben und damit zu einer Zeit, wo wir die Welt mit den Augen und Handlungsmöglichkeiten eines Kindes erleben. Insbesondere auch die Art und Weise, wie wir mit schwierigen Situationen und Stress umgehen, lernen wir in einem frühen Alter. Die damals gelernten Strategien bleiben oft ein Leben lang aktiv und verhindern das innere "Großwerden". Wenn ein Kind beispielsweise gelernt hat, lieber still zu sein, um sich das Wohlwollen der Eltern zu sichern, kann es schwierig sein, wenn es auch als Erwachsener lieber still bleibt, statt seine Bedürfnisse auszudrücken und durchzusetzen.

Weder Eltern noch Schule haben uns gezeigt, wie man den automatischen Abläufen in Geist und Körper mit freundlicher Distanz begegnen kann. Achtsamkeit ist deshalb für die meisten Menschen (noch) keine gewohnte Art, mit schwierigen Situationen umzugehen. Doch weil es eine jedem Menschen innewohnende Fähigkeit ist, kann sie erlernt werden. Der MBSR Kurs hilft dabei, Achtsamkeit zu entwickeln und neue lebensfreundlichere Wege zu erkunden. Dabei können wir die erstaunliche Entdeckung machen, dass viele Dinge oft viel weniger schwierig sind als wir vielleicht meinen und dass das Leben sogar leichter wird, wenn wir aufhören, uns zu sehr anzustrengen.

 

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